LOVE
Im Jahr 2026 feiert das Infeld Kulturzentrum in Dobrinj, Kroatien sein 25-jähriges Jubiläum. Die Ausstellung „LOVE“ gibt die Vielfalt der Sammlung Infeld wieder.
Als ein universelles Gefühl ist die Liebe vielfältig, verändert sich im Laufe der Zeit und bietet Künstlern stets neue Inspiration.
Die Ausstellung im Infeld Kulturzentrum zeigt die Geschichte der Liebe von der Erbsünde bis zum Streben nach Freiheit. Der Überblick beinhaltet 120 Kunstwerke verschiedener Künstlerinnen (Ursula Probst, Ida Buchmann, Nada Svegovic-Budaj, Mara Puskaric-Petras) und Künstler (Ernst Fuchs, Allen Jones, Romero Britto, Franjo Klopotan, Johann Hauser, Friedrich Schröder-Sonnenstern) und beleuchtet Wendepunkte in der Geschichte der Liebe sowie Nuancen der zärtlichen Zuneigung.
Im biblischen Schöpfungsbericht nimmt die Liebe zwischen Mann und Frau ein unglückliches Ende. Die Verführungskraft von Eva wurde für den Sündenfall verantwortlich gemacht. Folglich werden Frauen oft Exempel für Ungehorsam wie Frau Lot, die wehmütig zu ihrer zerstörten Heimatstadt Sodom zurückschaut und somit Gottes Gebot bricht. Frau Lot erstarrte als Salzsäule. Oder Salome, die tanzend den Tod von Johannes des Täufers verlangt und zum Sinnbild für das Verderben der menschlichen Natur wird.
Erst nach der Christianisierung Europas im Frühmittelalter wurde die Stigmatisierung von Eva mit dem Bild der Frau als Mutter bereichert. Eva verantwortete den Vertreib der Menschen aus dem Paradies, und Maria, Jungfrau und Mutter von Jesus Christus, öffnete das Tor zum Paradies wieder. Durch diese Verehrung erlangte die Frau ihren Platz an der Seite ihres Gatten.
Im Mittelalter begann sich die Literatur neben der Beziehung zu Gott auch mit den Gefühlen der Menschen zu beschäftigen. Minnesänger unterhielten mit gesungener Liebeslyrik die höfische Gesellschaft vom 12. bis 15. Jahrhundert. Protagonisten waren edle Ritter, die um das Herz der angebeteten Dame aktiv warben, um mit einem Kuss belohnt zu werden.
Im 15. Jahrhundert druckte das Schachspiel exemplarisch diese höfische Kultur aus: Nur wenige Figuren können ihr ausgeprägtes kreatives und strategisches Denken beweisen und durch Einhaltung strenger Regeln die mächtigste Figur im Spiel, die Dame, eliminieren.
Die dauerhafte Verbindung vom Vergnügen und Liebe deutete immer schon auf Schwierigkeiten hin. Das Streben nach Vergnügen wurde mithilfe der Literatur, Musik und Kunst durch die Liebe als Gefühl ersetzt. Heiraten aus Liebe begannen arrangierte, wirtschaftlich kalkulierte Ehen zu verdrängen.
Die gesellschaftlichen Zwänge lockerten sich, im 19. Jahrhundert wurde die Liebesheirat akzeptiert. Es verging noch ein Jahrhundert bis beide Partner als vollwertige Gestalter ihrer Beziehung galten. Das Streben nach Glück und die Möglichkeit, die jeder Einzelne bekam, Herr über seiner Geschichte zu werden, führten zur Idee der freien Liebe mit dem Ziel die konventionellen Strukturen, angefangen mit der Ehe, aufzulösen.
Gibt es ein Happy End in der Geschichte der Liebe? Bei der Ausstellung im Infeld Kulturzentrum kann jeder Besucher im Lichte seiner Erfahrungen nach einer Antwort suchen.
Sammlung Infeld
Die Saitenproduzenten Peter Infeld (1942-2009) und seine Mutter Margaretha Infeld (1904-1994) begannen Mitte der 1960er Jahre Kunst zu sammeln.
Als Schwerpunkte der Sammlung Infeld gelten die Wiener Schule des Phantastischen Realismus, naive Kunst aus Kroatien, Pop Art, buddhistische Meditationsbilder aus Tibet (sog. „Thangkas“) und Art Brut. Um die Werke einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ließ vor mehr als 20 Jahren der Kunstmäzen Peter Infeld in Halbturn im Burgenland, Österreich, und im idyllischen Ort Dobrinj auf der Kroatischen Insel Krk repräsentative Kulturzentren errichten. Insgesamt fanden bislang in beiden Veranstaltungsorten mehr als 120 Ausstellungen bei freiem Eintritt statt.
Thomastik-Infeld GmbH
Das traditionsreiche Wiener Unternehmen Thomastik-Infeld ist einer der drei wichtigsten Musiksaiten-Hersteller weltweit. Die Firma produziert rund 3000 verschiedene Saiten und ist in einigen Bereichen Weltmarktführer. Die Saiten werden mit besonderem Augenmerk auf Qualität händisch gefertigt.
Das im Jahr 1919 gegründete Unternehmen hatte nach dem Zweiten Weltkrieg 20 Mitarbeiter. Bis heute wurde diese Anzahl verzehnfacht. Exportiert wird in mehr als 95 Länder. Nach dem Tod von Peter Infeld im Jahr 2009 setzt seine Witwe, die gebürtige Kroatin Zdenka Infeld, die lange Unternehmer- und Sammeltätigkeit der Familie fort.
Ausstellungsdaten
Dauer: Die Ausstellung „LOVE“ ist vom 05. Juli bis zum 27. September 2026 zu sehen.
Ausstellungsort: Infeld Kulturzentrum, Dobrinj, Insel Krk, Kroatien
Öffnungszeiten: Geöffnet täglich außer Montag
Juli und August von 10-13 Uhr und 18-22 Uhr geöffnet.
September von 10 - 13 Uhr und von 17 - 21 Uhr geöffnet.
Freier Eintritt.
Ausgestellt werden: ca. 120 Öl- und Acrylgemälde, Papierarbeiten und Skulpturen
Rückfragennachweis:
Dr. Yordanka Weiss
Kuratorin der Sammlung Infeld
Mobil: + 43 664 465 66 66
Tel.: + 43 1 545 80 46
Email: [email protected]
www.infeld.net
Pressefotos