POP ART - Sammlung Infeld

Kunstpavillon Juraj Šporer, Opatija, Kroatien
Sammlung Infeld auf Reisen
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Werke von weltbekannten Pop Art Künstlern wie Andy Warhol, Keith Haring, Mel Ramos, Kiki Kogelnik, Steve Kaufman werden zum ersten Mal in Opatija gezeigt. Die Ausstellung im Kunstpavillon Juraj Šporer ist eine Zusammenarbeit des Kroatischen Tourismus Museums und der Sammlung Infeld. 

Pop Art, vom englischen Begriff „popular art“, hat ihren Ursprung in den 1950-er Jahren in den USA und Großbritannien. Nach den Grauen des Zweiten Weltkriegs folgten technologischer Fortschritt und wachsende Konsumgesellschaft. Die Pop Art verband die Kunst mit dem Alltag und rückte die plakative Bildwelt der Werbung und der Massenmedien in den ästhetischen Fokus. Plötzlich verschwanden die Grenzen zwischen „niedriger“ Populärkultur und „elitärer“ Ausdrucksform alter Malermeister. Von bizarr bis kritisch, lieferten die Künstler eine fantasievolle Interpretation kommerzieller Produkte. Es ging nicht um eine direkte Übernahme des im Alltag Vorgefundenen: Die Sujets wurden überzeichnet, verzerrt, fragmentiert, endlos vervielfältigt und bis zur Absurdität gesteigert. Es entstand eine einzigartige Ikonographie und Bildsprache: wiedererkennbar, farbenfroh, ausdrucksstark. 

Andy Warhol (1928-1987) ist der bedeutendste Vertreter dieser Kunstrichtung. Neben den Darstellungen von Alltagsgegenständen wie die ikonischen „Campbell's Soup Cans“ prägt sein Werk die Faszination für die Erscheinung von Personen – für deren Selbstinszenierung, für die Obskurität deren Privatsphäre. Warhol, der die meisten Größen des Showbusiness gut kannte, porträtiert diese persönlich-privat. Seine Darstellungen von Mick Jagger und Marilyn Monroe avancierten zu Symbolfiguren vieler Generationen, sind im allgemeinen Bewusstsein verankert und dienen als Projektionsflächen der eigenen Wünsche für Menschen weltweit.

Der Wiener Kunstsammler und Saitenproduzent Peter Infeld wurde von dem US-amerikanischen Künstler Steve Kaufman (1960-2010) im Jahr 2002 portraitiert. Wie seinen einstigen Lehrer Andy Warhol arbeitet Steve Kaufman mit Fotos. Diese komponiert er vor dem Siebdruck und vollendet malerisch mit intensiven Farbschichten. Eines dieser Portraits von Peter Infeld ist Plakatmotiv der Ausstellung in Opatija. 

Peter Infeld kannte persönlich auch den amerikanischen Pop-Art-Meister des erotischen Akts Mel Ramos (1935-2018). In leuchtenden Farben gemalt, räkelt sich die „kalifornische Venus“ durch alle Schaffensphasen des Malers hindurch. Sie ist zugleich Beauty-Queen, Power-Frau und Göttin. In seinen Darstellungen von Werbeprodukten und Frauenkörper schafft es Mel Ramos statt kalter Zwangsallianz zwischen Frau und Ware eine vertraute Wärme zu vermitteln. 

Besonders relevant wirken aktuell die Werke der österreichischen Pop Art Künstlerin Kiki Kogelnik. Sie arbeitete in den USA mit den weltbekannten Kollegen. Spielerisch, kritisch, farbenfroh und zugleich hochpolitisch sind ihre Arbeiten und offenbaren den zwitterhaften Charakter der Pop Art: Ihre Gestalten sind mit der europäischen Tradition der schönen Künste in Form eines Schönheitsideals verbunden aber auch den verzerrenden Blicken der Medien ausgeliefert.

In den 1950er Jahren gestartet, revolutionierte Pop Art die Kunst, suchte und fand Schönheit im alltäglichen Leben, gestaltete es ästhetisch anspruchsvoll und regte zum kritischen Denken an. Aktuell dient diese ausdrucksstarke und farbenfrohe Bildsprache als stabile Basis für die visuellen Darstellungen Sozialen Medien, die die Verschmelzung zwischen Alltag, Werbung und Kunst weiterentwickeln.