Kurt Kramer

07.03.2020 - 24.05.2020

Das Infeld Haus der Kultur in Halbturn feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Mehr als 100 Ausstellungen namhafter nationaler und internationaler Künstler, mehr als 100 Konzerte fanden in dieser Zeit statt. Der Eintritt ist für die Besucher frei.

Die erste Ausstellung im Jubiläumsjahr ist eine Personale des Wiener Künstlers Kurt Kramer (1945-2008). Farbe, Ton und Wort waren existenzielle Grundbegriffe für Kramers Leben, das vom Malen, Zeichnen, Musik und Schreiben gleichermaßen erfüllt war.

Der Künstler schrieb: „Der tiefe Sinn der Kunst ist es, wortlos im Menschen die Gabe zu wecken, die Geschichte seiner eigenen Gefühle zu erleben.“

Die Kombination von stark grafischen, linearen Elementen und bis zur Abstraktion reichenden malerischen Farbflächen, sowie das Spiel mit realistischen Details inmitten aufgelöster Formen sind allen Werken von Kurt Kramer gemeinsam. Seine Arbeiten sind formal nicht eindeutig einzuordnen. Oft sind in einem Bild kubistische, surreale sowie abstrakte Ansätze gemeinsam vertreten.

Malen wie Komponieren, diese Idee faszinierte Kurt Kramer wie einst Wassily Kandinsky. So wie Kandinsky die „Form“ als „Partitur“ verstand, war die Musik auch ein Hauptanliegen des Wiener Künstlers. Die Frage „Wie nähere ich mich der Musik in Form der bildenden Kunst?“ beschäftigte beide gleichermaßen.
Kurt Kramer setzte die Musik in eine andere Dimension: Er drückte sie in der Linie und in der Farbe aus. Die Linie gibt dem Inhalt Kontur, die Farbe erzeugt die Stimmung.

So sehr Kurt Kramer sich in seinen Bildern dem Dialog zwischen Form und Farbe auch unterordnete, seinem Bedürfnis nach Ausdruck und Mitteilung folgte er nicht selten auch mit poetischen Texten, seine Bildersprache erweiternd oder grundierend. In einer Welt zunehmender Entfremdung und Vereinzelung strebte er nach Ganzheitlichkeit als Sehnsuchtssujet.

Er beschrieb Kunst folgendermaßen: „Kunst ist bloß der Faden, der uns, die wir auf dem Boden der Tatsachen stehen, mit den großen Träumen hinter dem Horizont verbindet: die Malerei ahnt ihre Farben und die Musik bringt diese Himmelssaite zum Klingen“.

In den 1970er- und 1980er- Jahre hat Kurt Kramer Slogans und Werbetexte für Thomastik-Infeld entwickelt und Messestände (z.B. für die Musikmesse in Frankfurt) für das Unternehmen realisiert.
Kurt Kramer hat Verpackungen für die Saiten von Thomastik-Infeld entworfen z.B. für die Saite „Dominant“, die seit 50 Jahren auf dem Markt ist.     

Kurt Kramer wäre dieses Jahr 75 Jahre alt geworden.

 

Biografisches Kurt Kramer (1945-2008)

Kurt Kramer studierte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und arbeitete seit 1969 als freischaffender Künstler.

Kurt Kramer ist ein vielseitiger Künstler: sein Schaffensgebiet reicht von Werken auf Papier und Leinwand über dem Gedichteschreiben zu Werbetexten, von Innenarchitektur über Theaterkulissen zur Fassadengestaltung und vom Emblem über großflächige Lithographien bis hin zum Plakat. Sakralkunst, Designs und Buchillustrationen zählten auch zu seinem künstlerischen Arbeitsbereich.

Zwischen 1975 und 1977 führten ihn ausgedehnte Studienreisen in den Mittleren Osten – Türkei, Iran, Israel – und 1994 nach Lateinamerika. Die Auseinandersetzung mit orientalischer und präkolumbianischer Kultur hat ihre Spuren in einem Bildverständnis hinterlassen, das alle Facetten zwischen barocker Fülle und empfindsamem Minimalismus ausschöpft. 

Die Arbeit vom Kurt Kramer war geprägt von einer starken Beziehung zur Musik, die ab den 1990er Jahren zu einem Schwerpunkt in der Darstellung musikalischer Kompositionen führte.

Seine phantasiereichen Imaginationen auf Papier oder Leinwand befinden sich in der Infeld Sammlung sowie im Besitz zahlreicher öffentlicher und privater Sammlungen im In- und Ausland, darunter der Albertina oder der NÖ Landesgalerie.

 

Die Sammlung Infeld

Peter Infeld (1942-2009) und seine Mutter Margaretha Infeld (1904-1994) begannen Mitte der 1960er Jahre Kunst zu sammeln. Die Werke wurden später in die „Peter Infeld Privatstiftung“ eingebracht. Seit dem Tod von Peter Infeld führt seine Witwe, Zdenka Infeld, die Sammeltätigkeit der Familie weiter.

Als Schwerpunkte der Sammlung „Infeld“ gelten die Wiener Schule des Phantastischen Realismus, naive Kunst aus Kroatien, Pop Art, buddhistische Meditationsbilder aus Tibet (sog. „Thangkas“) und Art Brut. Um die Werke einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ließ Peter Infeld in Halbturn im Burgenland und im idyllischen Ort Dobrinj auf der Kroatischen Insel Krk repräsentative Kulturzentren errichten.

Insgesamt fanden in beiden Locations mehr als 120 Ausstellungen bei freiem Eintritt statt.

 

Ausstellungsdaten:

Dauer:

Die Ausstellung „Kurt Kramer“ ist vom 07. März bis zum 24. Mai 2020 zu sehen.

Ausstellungsort:

Infeld Haus der Kultur

Parkstraße 13,

7131 Halbturn/ Burgenland

Tel. + Fax: 02172 20 123

Öffnungszeiten: Do.-So. 13.00 bis 18.00 Uhr, sowie an Feiertagen. Freier Eintritt.

Kunstwerke: 75 Werke auf Papier und Leinwand

 

Rückfragennachweis:

Dr. Yordanka Weiss

Kuratorin der Sammlung „Infeld“

Mobil: + 43 664 465 66 66

Tel.: + 43 1 545 80 46

Email: weiss@infeld.net

www.infeld.net

Pressefotos

Kurt Kramer, "Hommage a. M.", Öl auf Leinwand, 1994

Kurt Kramer, "Hommage a. M.", Öl auf Leinwand, 1994

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Kurt Kramer, „Hommage a De Chirico“ - Frankfurter Messe, Blei- und Buntstift auf Zeichenkarton, 1977

Kurt Kramer, „Hommage a De Chirico“ - Frankfurter Messe, Blei- und Buntstift auf Zeichenkarton, 1977

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