| |
Samstag, 16. Mai 2009
bis
Sonntag, 12. Juli 2009
Diese Ausstellung im INFELD HAUS DER
KULTUR ist einem virtuosen
österreichischen Maler gewidmet, dessen künstlerisches Schaffen durch
einen enormen Ideenreichtum gekennzeichnet ist. Robert Zeppel-Sperl
(1944 – 2005) war Mitglied der Wiener Secession und Mitbegründer der
Wiener Künstlergruppe „Wirklichkeiten“, mit der er 1968 im Rahmen der
legendären Gruppenausstellung seinen ersten großen Erfolg feierte.
Seine komplexen Bild-in-Bild-Kompositionen, die mit
ihren farbenfrohen Ornamenten, Mustern und formenreich dargestellten
Landschaften, Menschen und Tieren dem Sprachklang von Überlieferungen
alter Geschichtenerzähler nachzuspüren scheinen finden in dieser
Ausstellung ihren Niederschlag. Präsentiert werden Zeichnungen und
Gemälde aus der Sammlung von Peter Infeld, ergänzt durch bedeutende
großformatige Leihgaben.
Robert
Zeppel-Sperl, Jahrgang 1944, wurde in Leoben in der Steiermark
geboren, maturierte am Stiftsgymnasium Seckau und zog 1962 nach
Wien, um dort an der Akademie der bildenden Künste zu studieren.
Seinen Beinamen Zeppel, der bald zum Hauptnamen avancierte, erhielt
er von Mitschülern an der Akademie seines fahrigen und zappeligen
Wesens zufolge. Er studierte bis 1966 bei den Professoren Maximilian
Melcher und Christian Martin, danach bei Prof. Max Weiler.
Anfangs
beeindruckten ihn die „Wiener Phantasten“, doch bald hatte er sich
von deren Einfluss befreit und fand seinen eigenen fantasiereichen
Stil. Anfänglich malt und zeichnet er auf billigen Papierbögen. Es
entstehen Kopffüßler, Lemuren, Zauberer und Kobolde – Szenen über
Szenen und Bilder im Bild. Er arbeitet viel, dichtet gelegentlich
und freut sich, mit Künstlerfreunden Musik zu improvisieren. In
seiner Malerei spürt man das Vorbild Alter Meister wie Hieronymus
Bosch, findet aber auch zeitgenössische Elemente der internationalen
Kunstwelt. Angeregt durch die noch junge Pop-Kultur integriert er in
seinen figurenreichen Gemälden selbst Gruppen wie die Beatles oder
Rolling Stones. Es sind Bilder einer neuen Prächtigkeit, die mit
übergroßen Augen den Betrachter in ihren Bann ziehen.
1968 kam für den knapp 24-jährigen sein erster
großer Erfolg mit der Ausstellung „Wirklichkeiten“ in der Wiener
Secession, initiiert von Dr. Otto Breicha.
Es war nicht nur eine der
erfolgreichsten Ausstellungen, die von der Secession je mit jungen
Österreichern gemacht wurde, sondern auch die folgenreichste. Nach
Zeppel-Sperls Meinung würde die österreichische Malerei ohne den „Wirklichkeiten“-Beitrag
ganz anders aussehen. Auch der Kunstkritiker Alfred Schmeller nannte
diese Ausstellung die wichtigste seit der Installierung der Galerie
St. Stephan. In Wien gab es zu jener Zeit bestimmte gegensätzliche
Kunstrichtungen – einerseits die „Abstrakten“ in der Galerie St.
Stephan, dann die Phantasten der Wiener Schule und dazwischen einige
schon damals ziemlich betagte Expressionisten. Gemeinsam mit fünf
weiteren Künstlern (Martha Jungwirth, Franz Ringel, Wolfgang Herzig,
Peter Pongratz und Kurt Kocherscheidt) wollten sie mit all dem
nichts zu tun haben – jeder sollte malen, was er wollte und
sicherlich keiner „Schule“ angehören. Sie waren nie eine richtige
„Gruppe“, aber für ein paar Jahre gehörten sie einfach zusammen. Mit
Zeppel-Sperls Worten: „Ich speziell wollte Bilder malen, Bilder, die
es noch nicht gibt, die ich mir aber gern anschauen würde, in einem
Museum, in einer Ausstellung oder wo auch immer. Diesen Traum träume
ich.“
Als ein
„Byzanz am Naschmarkt“ bezeichnete Alfred Schmeller den geistigen
Ort, an denen Zeppel-Sperls Bilderwelten der späten 1960er Jahre
entstanden sind. Er malte nach ausgiebigen Streifzügen durch die
Wiener Beiselszene von Mitternacht bis zum frühen Morgen, was ihm
kunterbunt in den Sinn kam. Bilder mit vielfiguriger Vielfalt in
starkfarbiger Kunstharztempera auf teils großformatigen Leinwänden.
„Gastmahl“ oder „Das umwachte Kind“ sind typische Beispiele seiner
„Bild in Bild-Kompositionen“, die in ihrer ganzen Merkwürdigkeit
nicht nur höchst beachtliche Malerei, sondern zugleich sehr
persönliche Zeitzeugnisse sind.
1969
übersiedelt er auf die Giudecca nach Venedig, Sein venezianisches
Dasein brachte es mit sich, dass er sich mehr als bisher mit
klassischer Kunst auseinander setzte, die ja in Venedig
allgegenwärtig ist. Diese Auseinandersetzung bewirkte eine besondere
„Prächtigkeit“ der Darstellungen, ein besonders üppiges Ausschmücken
und Überornamentieren. Seine verschwenderische Vorstellungskraft
drückt sich durch noch verschwenderisches Bilddurcheinander aus. Das
1972 entstandene übergroße Gemälde „Die Schlacht“ ist beredtes
Beispiel dafür.
1977
und 1978 verbringt er mehrere Monate in Amerika, malt und
aquarelliert in Florida, Virginia und anderen Orten. 1989 reist er
erstmals nach Bali, errichtet sich dort 1991 sein eigenes Atelier,
das ihm nun zur zweiten Heimat seiner Bildfindungen wird. Doch immer
wieder verlässt er die geliebte Südsee, kehrt zurück nach
Österreich, pendelt regelmäßig nach Venedig und bestreitet unzählige
Ausstellungen in ganz Europa.
Sein
phantasievolles Werk ist geprägt von einem Wechselspiel der Gefühle,
zeigt aber meist überschäumender Lebenslust, die sich gepaart mit
üppiger Weiblichkeit allen Widrigkeiten zum Trotze liebevoll
durchsetzt.
Der
Betrachter ist geneigt zu glauben, der Pinsel des Künstlers würde
von einem unermüdlichen Geschichtenerzähler geführt sein, doch die
Künstlerkollegen und Wegbegleiter Zeppel-Sperls bestätigen unisono
seine Virtuosität, Geschichten in Malerei (und auch Gedichte) fassen
zu können. Die Magie seiner Bilder lebt bis heute weiter.
Robert
Zeppel-Sperl erlag am 25. Februar 2005 einem schweren Krebsleiden.
Kurz-Biographie Robert Zeppel-Sperl
1944 geboren am 19.
März in Leoben als das vorletzte von sechs Kindern
Vater Jurist, Mutter Lehrerin und
Schriftstellerin
1962 Matura am
„Abtei Gymnasium“ Seckau
1962-1966 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei
den
Professoren Maximilian Melcher,
Christian Martin und Max Weiler
1967 Erste
Einzelausstellung in der Galerie „Junge Generation“ in Innsbruck
Preis
der Österreichischen Jugendkulturwochen, Innsbruck
Graphikpreis des Forum Stadtpark, Graz
1968 Ausstellung
„Wirklichkeiten“ in der Wiener Secession
Sommeraufenthalte mit Peter Pongratz, Kurt Kocherscheidt und
Peter Jirak in Rovinj, Slowenien
1969 Übersiedlung
nach Venedig
1970 Imaginäre
Biographie De Vitis Roberti Zeppeli Magni
1972
Zeichentrickfilm „Der Mäuseschreck“, Südwestfunk Baden-Baden
Es
entstehen erste Plastiken
1973
Förderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
1975 Arbeit an
einer Serie von Collagen
1977 Amerikareise
1978 Sandoz Preis
Zyklus
American Faces
Artfoulard 33 Indiander Zeichnungen auf Seide
1979 Bibliophile
Monographie mit 25 Linolschnitten und 22 Lithographien
1982 2 Wandbilder
(4 x 6 m) für den
Wohnpark Alt Erlaa, Wien
Zyklus
Alphabet
1983 Wandbild (3 x 5 m)
für Ordination DDr. Bernt Rossiwall
1984 Ehrenmedaille
der Stadt Graz
Serie
von Arbeiten in Grisailletechnik
1986 Raumbild „Menschen und
Tiere“ für das Ringcafé, Wien
1988 Film
„Wirklichkeiten“ von Wilhelm Gaube (Auftrag Museum Moderner
Kunst,
Wien), Korcula Aquarellzyklus
1989 Erste Reise
nach Bali
Fernsehporträt in der Reihe „Künstlerlexikon“ des ORF
1990
Sonderpostmarke Zeppel-Sperl
1991 Bau eines
Ateliers auf Bali
Begehbares Bild „Bali-Götter“ (70 m²) für Galerie Gerersdorfer
Wandbild (4 x 2 m) für das Allgemeine Krankenhaus in Wien
1992 Künstlerische
Gestaltung der Schule Bärnbach
1995
Schaffung von Glasskulpturen in Murano
1996 – 2003 Zahlreiche
Ausstellungen im In- und Ausland
2005 verstorben am
25. Februar in Wien
Einzel-Ausstellungen/Gruppen-Ausstellungen
(Auswahl):
1967
Galerie Junge Generation, Innsbruck
1968
Forum Stadtpark, Graz
Forum 67,
Linz
Wirklichkeiten
Secession, Wien und
Galerie im Taxis Palais, Innsbruck
Galerie Nagl, Wien
Galerie in der Marktgasse, Salzburg
1969
Galerie in der Goldgasse, Salzburg
Galerie Ariadne, Wien
Galerie Würthle, Wien (G)
Galleria La Capella, Triest (G)
1970
Forum Stadtpark, Graz
Galerie Schmücking, Braunschweig
1971
Galerie Nagl, Wien
Galerie Peithner-Lichtenfels, Wien
Kunstmarkt Basel (G)
Österr. Kulturinstitut, Teheran (G)
Galerie auf der Stubenbastei, Wien (G)
1972
Deuring-Schlösschen, Bregenz (G)
1973
Galleria del Naviglio, Mailand
Galerie Schmücking, Dortmund
Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Academia, Salzburg
Kunstverein Flensburg, Leverkusen (G)
1974
Galerie Würthle, Wien
Galleria del NaviglioMailand
Kulturhaus der Stadt Graz
Galerie Slama, Klagenfurt
Kunsthalle Düsseldorf (G)
Kunstmuseum Göteborg (G)
1975
Galerie Bloch, Innsbruck
Galerie Academia, Salzburg
Galerie Gerersdorfer, Wien
1976
Galerie Schmücking, Braunschwein
Galerie auf der Stubenbastei, Wien
Galerie Spectrum, Wien
Galerie Feichtinger, Linz
Galerie Droschl, Graz
Galerie Mur, Leoben
Galerie Kul, Bruck an der Mur
Club Gutruf, Wien
Galerija Dubrava, Zagreb
Galerija Sebastijan, Dubrovnik
Galerija Umetnostna, Marburg
1977
Galleria Farnese, Rom
1978
Euroart Stadtgalerie, Wien
Galerie Eder, Linz
Sqibb Gallery, Princeton (G)
1979
Galerie in der Staatsoper, Wien
Galerie Chobot, Wien
Kulturhaus der Stadt Graz
Galerie an der Stadtmauer, Villach
Kleine Galerie am Residenzpl., Passau
1980
Art Expo, New York
Stadtmuseum, Leoben
Galerie Ariadne, Wien
Galerie Dida, Graz
1981
Galerie Schmücking, Art Cologne, Köln
Galerie Alt Erlaa, Wien
Galerie Würthle, Wien (G)
Neue Galerie Joanneum, Graz (G)
1982
Galerie Gerersdorfer, Wien
1983
Traklhaus, Salzburg
Galerie Chobot, Wien
1984
ORF Landesstudio Steiermark
Galerie Gerersdorfer, Wien
1985
Galerie Ariadne, Wien
Galerie Tausch, Innsbruck
Österr. Kulturinstitut, New York (G)
1986
Galerie Welz, Salzburg
Galerie Schmücking, Art Cologne, Köln
Galerie Gerersdorfer, Wien
BAWAG Fondation, Wien (G)
Neue Galerie am Joanneum, Graz (G)
1987
Galerie Schmücking Basel
Galerie Latal, Zürich
Galerie Eder, Linz
Galerie Griss, Graz
BAWAG Fondation, Wien (G)
1988
Galerie Serafin, Wien
Galerie am Steinweg, Graz
Galerie Tausch, Innsbruck
Mus. Moderner Kunst d.20.Jh.,Wien (G)
1989
Galerie Welz, Salzburg
Galerie Serafin, Wien
Rupertinum, Salzburg (G)
Kulturhaus der Stadt Graz (G)
Schloss Herberstein, Steiermark (G)
1990
Galerie Schmücking, Braunschweig
Galerie Latal, Zürich
Neue Galerie Graz (G)
1991
Galerie Gerersdorfer, Wien
Museum auf Abruf, Wien (G)
1992
Galerie Schmücking, Braunschweig
Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Eder, Linz
Rathaus Wien (G)
1993
Galerie Welz, Salzburg
Galerie Schmücking, Art Cologne, Köln
Galerie Latal, Zürich
Kulturhaus der Stadt Graz
1994
Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Latal, Zürich
1995
Galerie Walker, Klagenfurt und Hermagor
Galleria Luchetta, Venedig
1996
Galerie Groll, Wien
Galerie Schmücking, Art Cologne, Köln
Kunsthaus Zürich (G)
MAK, Wien (G)
Palais des Beaux Arts, Brüssel (G)
1997
Galerie Tausch, Innsbruck
Kulturhaus, Bruck an der Mur
Galerie Gerersdorfer, Wien
Museum Het Paleis, Den Haag
Galerie Latal, Zürich
1998
Galerie Welz, Salzburg
OÖ Landesmuseum, Linz (G)
Palais Harrach, Wien (G)
1999
Galerie Serafin, Wien
Galerie Berengo, Venedig
2000
Dom- Galerie, Wr. Neustadt
Palazzo delle Prigioni Nuove, Venedig
2001
Galerie Gerersdorfer, Wien
2002
Galerie im Traklhaus, Salzburg
KunstHausWien, Wien (G)
2003
Rupertinum, Salzburg (G)
Galerie Leonhard, Graz (G)
Galerie Welz, Salzburg (G)
2004
Galerie Himmelpforte, Wien (G)
2005
Galerie Gerersdorfer, Wien
Essl Museum, Klosterneuburg (G)
2006
Stadtgalerie Schwaz
Museum Moderner Kunst Knt, Klagenfurt (G)
2007
Künstlerhaus Wien (G)
Essl Museum, Klosterneuburg (G)
2009
Infeld Haus der Kultur, Halbturn
|
PresseText.pdf
Pressetext.doc
PresseText_2.pdf
PresseText_2.doc |